Jagodzianki – himmlische Blaubeerbrötchen
Neben Pierogi ruskie waren Jagodzianki etwas das ich von Anfang an nachkochen bzw. backen wollte und deswegen auch hier früh vorstelle. Der Name stammt vom polnischen Wort jagody (dt. Heidelbeeren/Blaubeeren). Jagodzianki ist eine verniedlichende Bezeichnung – wie sie so oft im Polnischen vorkommt. Eine Übersetzung die dieser unglaublich herzigen Bezeichnung gerecht wird? Schwierig. Deswegen bleibt es doch einfach bei: „Blaubeerbrötchen“.
Jagodzianki sind für mich das Kaffeestück aller Kaffeestücke (mit Superlativen sollte man ja nicht geizen 😉 ). Ein Hefeteilchen (das einem Einback ähnelt) mit fruchtiger Füllung. Jagodzianki wurden in meiner Familie gerne zum Kaffee gereicht. Meist wurden diese vorher halbiert. Natürlich nicht um Kalorien zu sparen, sondern damit noch genug Platz für andere süße Leckereien blieb. Die Blaubeerbrötchen wurden immer frisch vom Bäcker geholt, weshalb ich auf kein Familienrezept zurückgreifen konnte. Das folgende ist Ergebnis einiger Backversuche (inklusive einiger vermurksten Teilchen, die F. dankenswerterweise trotzdem verputzte).


Jagodzianki – Blaubeerbrötchen
Zutaten
- 75 g weiche Butter
- 75 ml Milch Zimmertemperatur
- 75 g Zucker
- 300 g + 75 g Mehl
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 75 g Heidelbeeren
- 2 gehäufte EL Puderzucker
- 2 EL Speisestärke
Vorteig
- 21 g Hefe
- 75 g Milch Zimmmertemperatur
- 30 g Mehl, gesiebt
- 1 EL Zucker
Außerdem
- 1 Eigelb
- 1 Schuss Milch
- Puderzucker
- Zitronensaft
Anleitung
- Butter und Milch früh genug aus dem Kühlschrank nehmen.
Vorteig
- Hefe zerbröseln, mit Milch und Zucker verrühren.
- Mehl unterrühren und für (mindestens) 30 min zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Teig
- Mehl sieben, 1 Prise Salz hinzufügen.
- Ei, Milch und Butter unterrühren.
- Vorteig ebenfalls dazugeben, mit dem Knethaken zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
- Restliches Mehl verkneten – der Teig sollte sich vom Rand lösen.
- Schüssel einmehlen, Teig für (mindestens) 1 Stunde abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Zusammenführen:
- Puderzucker und Stärke mit den Heidelbeeren vermengen.
- Teig in 8 oder 32 (für die Mini-Variante) Stücke teilen.
- Formen: Stücke erst zu einer Kugel formen, dann zu einem Kreis in Größe der Handfläche platt drücken oder mit dem Nudelholz rund ausrollen. Mit einem Teelöffel die Heidelbeeren mittig auf der Teigfläche verteilen. Teigling zu einem Päckchen falten. Die Ränder dabei andrücken. Den Teigling mit der "Naht" nach unten auf das Blech (mit Backpapier) geben. An dieser Stelle lassen sich die Jagodzianki noch rundlicher formen.
- Teiglinge (mindestens) eine weitere Stunde gehen lassen.
- Eigelb mit einem Schuss Milch verrühren, die Jagodzianki damit bestreichen. Die Eigelb-Milch-Mischung darf auf keinen Fall kalt sein, da die Teiglinge sonst wieder einsacken.
- Ofen vorheizen. Bei 175 °C Ober-/Unterhitze für 15 – 20min backen. Die Jagodzianki sollten goldbraun werden.
- Puderzucker mit wenig Zitronensaft zu einem dicken Guss verrühren.
- Die noch warmen Jagodzianki mit dem Guss bestreichen.
Bei jagody handelt es sich streng genommen um die kleineren Waldheidelbeeren, die ich in Deutschland bisher nur in gezuckerter Form im Glas gefunden habe. Ich verwende hier die gewöhnlichen Supermarkt-Heidelbeeren (im Polnischen borówki amerykańskie).
Manchmal kommen auf die Jagodzianki statt einer Zuckerglasur feine Streusel oder auf die Glasur zusätzlich Mandelblättchen – auch lecker. Es gibt auch „Jagodzianki“ die mit Äpfeln statt Heidelbeeren gefüllt werden und entfernt an Apfeltaschen erinnern. Einfach den Grundteig nehmen und mit der Füllung experimentieren 🙂 .



